Destruktive Elterntrennung

Beratung und Coaching bei destruktiven Elterntrennungen für betroffene Elternteile und involvierte Fachkräfte

Du befindest dich in einer destruktiven Trennungssituation mit dem anderen Elternteil deines Kindes und die Situation belastet dich? Du must dich um viele Dinge gleichzeitig kümmern und weißt gar nicht wann du welche Angelegenheit zuerst erledigen sollst. Gleichzeitig möchtest du dich gut um dein Kind kümmern und es vor den Belastungen schützen. Weil dich dein Leben momentan so herausfordert, blickst du sorgenvoll in die Zukunft.

Eine konfliktreiche Trennung vom anderen Elternteil kann äußerst belastend sein, insbesondere wenn destruktive Persönlichkeitsmerkmale im Spiel sind. In solchen Situationen benötigst du eine umfassende und ganzheitliche Unterstützung und Beratung, um die Herausforderungen zu meistern und die bestmögliche Lösung für dich und deine Kinder zu finden. 

Vielleicht arbeitest du auch mit betroffenen Familien zusammen, was eine erhebliche Arbeitsbelastung für dich darstellt und du hast das Gefühl, alles dreht sich im Kreis. Mitarbeitende der Jugendhilfe, der Justiz, der KiTas und der Schulen stehen oft vor komplexen und multifaktoriellen Problemlagen.

Zu wenig spezifisch abgestimmte ganzheitliche Ansätze bei staatlichen Unterstützungsangeboten für destruktive Elterntrennungen

Hinwirken auf Einvernehmen muss nicht zwangsläufig an einem Tisch geschehen

Anders als im Strafrecht, geht es beim Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) nicht um eine Verurteilung oder die Schuld einer Person bzw. eines Elternteils, sondern um das Hinwirken auf Einvernehmen beider Elternteile (§ 156 FamFG). Viele Interventionen in Deutschland zielen deshalb auf die Einigung beider Elternteile ab, in gemeinsamen Beratungsgesprächen oder Mediationssitzungen. Bei der Elternarbeit ein Einvernehmen zu erzielen gestaltet sich jedoch auch für Fachkräfte entsprechend schwierig und kann für diese mitunter genauso frustrierend sein, wie für die Eltern selbst. Wenn dann eine Einigung erzielt wurde, spielt der Weg dahin meist eine untergeordnete Rolle. Es wird nicht mehr hinterfragt, ob diese Einigung unter fairen Umständen zustande gekommen oder das Ergebnis für alle Beteiligten wirklich zufriedenstellend ist. Dies kann so weit gehen, dass die Kooperationsbereitschaft des verträglichen Elternteils überstrapaziert wird und dieser den Glauben an den Rechtsstaat verliert. Auch können von Gewalt betroffene Elternteile in den gemeinsamen Beratungssitzungen retraumatisiert werden. Diese oft perfiden und unterschwelligen Provokationen sind für Fachkräfte nicht immer erkennbar, was dazu führt, dass Macht-, Kontroll- und Einschüchterungsversuche des gewaltbereiten Elternteils weiter fortgesetzt werden.

Zum Streiten gehören immer zwei!?

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Bei destruktiven Elterntrennungen sind die betroffenen Familien mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die weit über das normale Maß an Meinungsverschiedenheiten einer üblichen Trennung hinausgehen. Die Dynamiken solcher Trennungen sind oft komplex und beinhalten intensive emotionale Belastungen, destruktive Auseinandersetzungen bis hin zu häuslicher Gewalt. Leider sind die staatlichen Unterstützungsangebote für betroffene Familien häufig unzureichend und nicht spezifisch genug auf die individuellen Bedürfnisse der Eltern und Kinder abgestimmt.

Ein wesentliches Problem ist das Fehlen ganzheitlicher Ansätze, die sowohl die psychischen als auch die sozialen und finanziellen Aspekte einer Trennung berücksichtigen. Viele Unterstützungsprogramme sind auf gemeinsame Problemlösungsstrategien (Elternberatungen, Mediation usw.) angelegt. Im Kontext häuslicher Gewalt ist es jedoch wichtig die Grenzen einer kooperativen Elternschaft anzuerkennen und eine parallele Elternschaft, die durch Abgrenzung geprägt ist, zu etablieren. 

Das Label Hochstrittigkeit oder Hochkonflikt verhindert maßgeschneiderte Lösungen

Begriffe wie “hochstrittig” oder “hochkonflikthaft” werden in Zusammenhang mit Familien verwendet, bei denen es Elternteile nach einer Trennung nicht gelingt, ohne Hinzuziehung des Familiengerichtes Einigungen im Sinne ihrer Kinder zu erzielen. Von staatlichen Interventionen wie z. B. Mediationen oder gemeinsamen Beratungsgesprächen profitieren diese Familien meist nicht. Unzählige Verfahren werden geführt – bis die Kinder volljährig sind. Themen sind unter anderen Kontaktzeiten zwischen den Kindern und den Elternteilen, fehlende oder unregelmäßige Unterhaltszahlungen und/oder der Aufenthalt des Kindes etc. In vielen Fällen destruktiver Trennungen mit Kind ist häusliche Gewalt ein wesentlicher Faktor, der die Dynamik und die Intensität der Konflikte bestimmt. Gewalt kann verschiedene Formen annehmen – finanziell, physisch, emotional, psychologisch – und hat tiefgreifende Auswirkungen auf alle beteiligten Familienmitglieder, insbesondere auf die Kinder. Ein pauschales Etikett wie “hochstrittig” kann die spezifischen Aspekte der Gewalt übersehen und dazu führen, dass die notwendigen spezialisierten Interventionen nicht bereitgestellt und Opfer nicht geschützt oder durch Institutionen erneut zum Opfer werden. 

Gewalt kann verschiedene Formen annehmen –
finanziell, physisch, emotional, psychologisch

Destruktive Persönlichkeitsmerkmale verhindern eine kooperative Elternschaft

Subklinische Formen von Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie können einen erheblich negativen Einfluss auf die Dynamik von Elternbeziehungen haben

Destruktive Persönlichkeitsmerkmale bekannter Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie werden bei familiengerichtlichen Verfahren meist marginalisiert. Häufig gilt in der Fachwelt der Satz: zum Streiten gehören immer zwei und so wird nicht mehr zwischen der Persönlichkeit oder den Verhaltensweisen der Elternteile unterschieden und beide als unverbesserliche Streithähne stigmatisiert – zu anstrengend, zu verworren, zu kompliziert. Oft werden die Motive destruktiven Verhaltens wie z. B. der Wunsch nach Machtausübung über den ehemaligen Partner oder Vergeltungsmaßnahmen verschleiert und über die Kinder oder gerichtliche Maßnahmen ausgetragen. Untersuchungen, die eine Verbindung zwischen der hochstrittigen Trennungselternschaft und verschiedenen Persönlichkeitsstörungen analysieren, fallen unterschiedlich aus – in Deutschland ist man diesbezüglich etwas zurückhaltender und postuliert, dass die Trennung als krisenhaftes Erlebnis die Persönlichkeit der Eltern so herausfordere, dass dieses nur den Anschein einer Persönlichkeitsstörung vermittle. Dies erklärt aber nicht, weshalb die Konflikte auch Jahre nach der Trennung noch bestehen.

Laut des Abschlussberichts „Kinderschutz bei hochstrittiger Elternschaft“ zeigen destruktive Trennungseltern in Hinblick auf das BigFive Persönlichkeitsmodell jedoch weniger Offenheit für neue Erfahrungen und eine geringe Verträglichkeit. Diese beiden Faktoren sind in ihren negativen Ausprägungen unter anderen mit den Eigenschaften wie Misstrauen, Egozentrik und einem Mangel an Empathie assoziiert. Menschen mit einer geringen Ausprägung des Faktors Verträglichkeit ziehen außerdem den Wettbewerb der Kooperation mit anderen Menschen vor. Da ist es nicht verwunderlich, dass Entscheidungen, bei denen beide Parteien jeweils abhängig von der Entscheidung des anderen sind, nur zu Konflikten führen können. Und so kann die jahrelang andauernde dysfunktionale Elternbeziehung zermürbend und teuer sein, da aufreibende Gerichtsprozesse bewältigt und bezahlt werden müssen. Besonders Frauen geraten deshalb oft in materielle aber auch psychische Not – ein Umstand, der nicht selten von dem anderen Elternteil forciert wird.

Fundiertes Wissen ist deshalb essenziell, um die Situation zu verstehen und den Familien adäquate Beratung und Unterstützung zukommen zu lassen. Dabei ist es wichtig, die Ursachen und Zusammenhänge einer destruktiven Trennungselternschaft zu erkennen. Fachkräfte benötigen deshalb spezielle Schulungen und Ressourcen, um effektiv mit den betroffenen Familien arbeiten zu können. Dies hilft nicht nur den Eltern, sondern auch den Kindern, die oft unter den anhaltenden Konflikten leiden.

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Für Fachpersonal ist es wichtig das Verhalten der Elternteile zu unterscheiden und die Dynamik zu analysieren

Maßgeschneiderte Lösungen erfordern eine genaue Analyse der individuellen Umstände jeder Familie. Es ist entscheidend, die Art und das Ausmaß der Spannungen zu erkennen und spezifische Strategien zu entwickeln, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Betroffenen zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass Fachkräfte umfassend geschult und sensibilisiert sein müssen, um die Anzeichen von Gewalt zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Du als Fachpersonal bist deshalb herzlich eingeladen meine Seminare zu buchen, wenn du mit betroffenen Eltern im Kontext von Sorgerechts- und Umgangsstreitigkeiten zusammenarbeitest. Wichtig für die Arbeit mit betroffenen Elternteilen ist das Verständnis für hochstrittige Trennungsverläufe. Dafür müssen die Verhaltensweisen der Elternteile stärker voneinander unterschieden und der Machtaspekt den die Streitdynamik meist begleitet einbezogen und verstanden werden, damit geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können. Denn in Hinblick auf die Zunahme von hochkonflikthaften Trennungsfamilien, die Folgen für die gemeinsamen Kinder, die mangelnden bzw. unbefriedigenden Interventionsmethoden und die hohe Auslastung der Jugendämter und Gerichte mit hochstrittigen Trennungseltern, bedarf es einer tiefgründigen, alternativen Ursachenforschung mit neuen Erklärungsansätzen.

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